In 27 Jahren das Rote Kreuz in der Region verankert

Veröffentlicht am 26.09.2016
Volker Liedtke, Altlandrat und Vorstand des BRK Kreisverbandes Schwandorf, BRK Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, Brauns Nachfolger Otto-Josef Langenhan, Landrat Thomas Ebeling, scheidender Kreisgeschäftsführer Alfred Braun mit Ehefrau Monika
Alfred Braun bei seiner Abschiedsrede
Nachfolger Otto-Josef Langenhan überreicht ein Lanz-Traktor-Modell an den scheidenden KGF Alfred Braun

BRK-Kreisgeschäftsführer und Direktor Alfred Braun wurde in den Ruhestand verabschiedet. Für seine Verdienste erhielt er die Ehrennadel in Gold.

 

Altlandrat Volker Liedtke, der Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Schwandorf, begrüßte zur Verabschiedung zahlreiche Vertreter des öffentlichen Lebens im Restaurant Seerano am Murnersee. „Du kannst Menschen mitreißen und begeistern“, hob er zum Auftakt hervor, „durch Engagement, Ideenreichtum und Fleiß hast du den Stellenwert des Kreisverbandes Schwandorf entscheidend geprägt, Ansehen und Vertrauen geschaffen. Du bist das Gesicht des Kreisverbands“. Der Altlandrat lobte in diesem Zusammenhang nicht nur Brauns Offenheit und Führungsstil, sondern auch seine gründliche Vorbereitung und sein „Geschick“ bei Sitzungen und Verhandlungen. „Persönlich sind wir über diese perfekte Zusammenarbeit auch zu Freunden geworden. Schade, dass wir dich nicht überzeugen konnten, bis März 2017 zu bleiben! Da hätte unsere Zusammenarbeit 20-jähriges Jubiläum“, so Liedtke.

 

Zur Verabschiedung war auch BRK Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk an den Murnersee gekommen. „Alfred Braun ist ein besonderer Mann“, würdigte er in seiner Laudatio. In den 27 Jahren seines Wirkens habe er den Verband gestärkt, gestaltet und zu einem erfolgreichen und umsatzstarken Unternehmen gemacht. Seine beiden größten Leistungen seien „das Erkennen von Chancen, aber auch Risiken und die Begeisterung und Motivation der Mitarbeiter. Beides ist ihm in 27 Jahren gut gelungen“. Vier Einheiten mit ehrenamtlichen Mitarbeitern, 475 Hauptamtliche und 10 000 Fördermitglieder zeugten von der tiefen Verwurzelung des BRK Kreisverbands im Landkreis Schwandorf. „Dafür hat Alfred Braun einen entscheidenden Beitrag geleistet“, so der Landesgeschäftsführer. Aber nicht nur mit Blaulicht-Einsätzen sei das Rote Kreuz verbunden, sondern auch Träger der Wohlfahrt. Die Gesellschaft verlasse sich auf die Arbeit der Menschen im BRK, Hauptamtliche zeigten ebenso Präsenz wie die Ehrenamtlichen. Etwas „völlig Neues“ habe Alfred Braun auch noch auf den Weg gebracht, so Stärk weiter. Im ehemaligen Krankenhaus in Nabburg entstehe ein Gesundheits- und Betreuungszentrum mit Ärzten, Physiotherapeuten, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Sogar eine Tagespflege für Senioren sei geplant. Von Asklepios zum Schnäppchenpreis erworben, sei die Einrichtung im BRK-Präsidium in München erst im zweiten Anlauf genehmigt worden – „dank der Hartnäckigkeit von Alfred Braun“, wie der Landesgeschäftsführer hervorhob. Für seine Verdienste überreichte er ihm zusammen mit Altlandrat Volker Liedtke die Goldene Ehrennadel des BRK.

 

In den Kreis der Redner hatte sich zuvor auch Landrat Thomas Ebeling eingereiht. Er bescheinigte Alfred Braun vor allem große Durchsetzungskraft. „Er weiß, was er will, und geht die Aufgaben unerschrocken an“, sagte er in seinem Grußwort und wünschte alles Gute für den Ruhestand. Dieter Güll, der Vertreter der Rot-Kreuz-Gemeinschaften, dankte Alfred Braun in persönlichen Worten für die Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren. „Die Kameradschaft stand bei dir immer an erster Stelle, und du hast alle mit dem gleichen Maßstab gemessen, egal ob groß oder klein. Mit deiner Hilfe und im gemeinschaftlichen Austausch haben wir immer eine Lösung gefunden“, sagte er.

 

Nachfolger Otto-Josef Langenhan versprach, den Stab weiterzutragen. „Nach 27 Jahren intensiver, menschlicher Zusammenarbeit sage ich danke, dass ich dein Stellvertreter sein durfte. Danke für alles, was du getan hast. Für dich galt immer: nicht nur dabei, sondern immer mittendrin“, so der neue Kreisgeschäftsführer.

 

Alfred Braun selbst blickte in seiner Abschlussrede mit Stolz und Dankbarkeit auf die vergangenen 27 Jahre zurück. Er dankte „zuallererst meiner Familie, die mir den Rücken frei gehalten hat und mein Rückzugsort war“, besonders aber den beiden Altlandräte Hans Schuierer, „der mich eingestellt hat und mir ein väterlicher Freund geworden ist“ und Volker Liedtke „für die Verbundenheit, das Vertrauen und die Freundschaft“. Den Ehrenamtlichen, Führungskräften und Kollegen sprach Braun seinen Dank aus „für den großartigen Zusammenhalt“, weitere Dankesworte galten der Landesgeschäftsführung, den Bürgermeistern und Gemeinderäten, Polizei, THW und Feuerwehr sowie der Fachstelle für Pflege am Landratsamt, allen Gönnern und Sponsoren.

 

  • Am 1. September 1989 wurde Alfred Braun zum Kreisgeschäftsführer bestellt und hatte nach dem Mauerfall gleich Tausende von DDR-Bürgern aufzunehmen und zu versorgen.
  • In den 90er Jahren entstanden unter seiner Leitung unter anderem die Wasserwacht-Ortsgruppen und die Sanitätskolonnen, die Rotkreuzhäuser in Neunburg v. Wald und Nabburg, 1994 die Rettungswache in Bruck und 1996 am selben Ort der erste Kindergarten. ➤ Kindertagesstätten: 2006 kam in Bruck eine Kinderkrippe dazu und entstand somit das erste Kinderhaus im Landkreis Schwandorf. Das BRK ist Träger für weitere neun Kindergärten im Landkreis; 2016 kamen zwei Waldkindergärten in Burglengenfeld und Schwandorf hinzu.
  • Weitere Meilensteine: 2003 wurde in Nabburg das Seniorenheim „Arche Noah“ eröffnet, Alfred Braun hat es bis Ende vergangenen Jahres geleitet. Im Jahr 2009 bekam Schwarzenfeld ein BRK Haus, ab 2016wird das Seniorenheim in Burglengenfeld um- und neu gebaut.

Artikelaktionen