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Rettungsdienstpersonal stark gefordert – BRK warnt vor Fehleinsätzen im Rettungsdienst

Veröffentlicht am 07.03.2018
(c) KV BGL

Bereits gegen Ende der letzten Woche war die Verteilung von Notfallpatienten in den größeren bayerischen Städten bereits problematisch: Kliniken mussten Interdisziplinäre Notaufnahmen aufgrund fehlender Bettenkapazitäten bei den Integrierten Leitstellen abmelden.

 

Problematisch an der Situation ist, dass Patienten durch den Rettungsdienst nicht zeitnah einer klinischen Behandlung zugeführt werden können, die Rettungsleitstellen der jeweiligen Rettungsdienstbereiche müssen teilweise mehrere Minuten lang mit Telefonaten verbringen, um ein freies Bett in einem Krankenhaus für einen Patienten abzuklären.  Fahrzeuge des Rettungsdienstes  müssen verhältnismäßig lange Fahrtstrecken zurücklegen, um einen Patienten in ein Krankenhaus in einem größeren Einzugsbereich zu transportieren.

„Auch die Krankenhäuser im ländlichen Gebiet dünnen mit ihren Kapazitäten immer mehr aus, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis auch diese Krankenhäuser ihre Aufnahmen schließen und somit die Patientenversorgung zwangsläufig ablehnen.“, so der Leiter Rettungsdienst in der BRK-Landesgeschäftsstelle, Thomas Stadler. „Wir sind dann gezwungen, längere Transporte durchzuführen und sogenannte Zwangsbelegungen durchzuführen. Der Rettungsdienst rettet einmal mehr die Gesundheitsversorgung der Bevölkerung.“, so Stadler weiter.

Dies stellt nicht nur Patienten vor ein großes Problem, sondern auch zunehmend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Rettungsdienstes und der Integrierten Leitstellen: Viel Zeit geht verloren, bis ein Patient einer notwendigen Behandlung zugeführt werden kann und das jeweilige Rettungsfahrzeug der Leitstelle für einen neuen Einsatz wieder zur Verfügung steht. Die Folge ist ein Stau von Notfalleinsätzen aufgrund blockierter Rettungsmittel, immer mehr Fahrzeuge, die den Leitstellenbereich für einen Patiententransport verlassen müssen und eine insgesamt deutlich längere Prähospitalzeit für Patienten, die beispielsweise einen Schlaganfall oder eine andere lebensbedrohliche Situation durchleiden. Wie das BRK weiter mitteilt, sind in einigen Regionen bei den Behörden und Kostenträgern bereits Anträge zur Vorhalteerhöhung von Rettungsmitteln gestellt.

„Diese Situation ist im Moment untragbar für das Hilfeleistungssystem in Bayern.“, so Landesgeschäftsführer Leonhard Stärk, „Die zunehmende Auslastung der Krankenhäuser mit Bagatellfällen wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit sorgen derzeit für eine kritische Situation in der klinischen Versorgung in Bayern. Wir fordern eindringlich auf, die Notaufnahme nur dann aufzusuchen und den Rettungsdienst nur dann zu alarmieren, wenn dies auch wirklich unabwendbar ist.“ Bei leichten Beschwerden sollte immer zuerst der kassenärztliche Notdienst über die Notrufnummer 116117 angerufen werden, so das BRK.

Das Bayerische Rote Kreuz dankt allen  Mitarbeitern im Rettungsdienst, in den Leistellen und in den Notaufnahmen für ihren besonderen Einsatz in dieser kritischen Situation.

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